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Ort |
1805
1866 1870 |
Wk1 und Wk2 |
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Ortsgeschichte von Rommelsried |
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Der Schwarze Veri 1788 - 1819 Deutschlands letzter Räuberhauptmann Franz Yaver Hohenleiter ist am 2. Dezember 1788 als Sohn armer Hirtenleute in Rommelsried geboren und getauft. Er wurde später das Haupt einer oberschwäbischen Diebes- und Räuberbande, welche besonders in der Gegend von Ravensburg, Tettnang, Waldsee ihr Unwesen trieben. Im April 1819 konnte er im Königseggerwald von Forstleuten und deren Hunden gestellt und festgenommen werden. Er wurde nach Biberach in den Sichenturm eingesperrt. Bevor ihn dort das weltliche Gericht aburteilen konnte, wurde er am 20. Juli 1819 durch Blitzschlag von Gott selbst gerichtet. Der Dichter Gustav Schwab hat sein Ende in einem Gedicht verewigt, dieses stand früher im Würthembergischen Schulbuche und mußte von den Kindern auswendig gelernt werden als Beispiel, daß Gott seiner nicht spotten lasse. mit freundlicher Genehmigung von Hr. Otto Rausch
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Besetzung des Dorfes Rommelsried durch amerikanische Truppen Rommelsried liegt im Rommelsrieder Becken umgeben von den großen Waldgebieten Lindach, Kehlbach und Hölle, offen nur gegen Unternefsried und Agawang, die wiederum von Waldgebieten begrenzt werden. Wer in Rommelsried und Umgebung wohnte und arbeitete, hätte sich in den ersten Kriegsjahren wie im Frieden fühlen können, aber Rundfunk und Zeitungen berichteten täglich von den Kriegsschauplätzen. Lebensmittelmarken und Bezugsscheine und vor allem die Sorge um die Männer und Söhne, die an vielen Fronten kämpften, ließen auch die Daheimgebliebenen den Krieg spüren. Durch die Fliegerangriffe auf unsere Städte rückten die Schrecken des Krieges immer näher. Besonders schlimm waren die Bombenangriffe der Alliierten am 25. und 26. Februar 1944 auf Augsburg, wo selbst in Rommelsried die Sonne sich hinter einem dunklen Rauchschleier verborgen und der Schnee sich schwarz gefärbt hatte. Notabwürfe von Bomben im Schenkental, in den Wald östlich des Hochbehälters der Trinkwasserversorgungsanlage und in den Nesselgehau erschreckten immer wieder die Bewohner von Rommelsried. Wie ein Schock wirkte der Angriff amerikanischer Jagdbomber auf den Bahnhof in Aystetten am 10. April 1945, dabei verloren 34 Zugreisende ihr Leben. Sollte auch der Horgauer Bahnhof zerstört werden? Mehrere Bombentrichter im Wald ließen dies vermuten. Die Flakstellung am Westrand des Dorfes Rommelsried in den Feldern beim "Käsergarten" war nie das Ziel von Angriffen, obwohl in den Apriltagen 1945 die Luftüberlegenheit der Amerikaner immer deutlicher zu spüren war. Im Dorf selbst verbrannten die Leute heimlich Hakenkreuzfahnen; denn die wurden zur "Feier des Endsieges" nicht mehr gebraucht. Auch die Hitlerbilder verschwanden still und leise. Der Morgen des 26. April 1945 - es war ein Donnerstag - begann wie jeder andere Tag. Die Haus- und Stallarbeit mußte getan werden, aber die Menschen waren nervöser. Die Front war in der Nähe; das hörte man. Werden heute die Amerikaner kommen? Wie wird es uns ergehen? Soll man überhaupt noch etwas arbeiten? Wie man aus anderen Dörfern erfuhr, war die Arbeit auf dem Feld wegen der Tiefflieger mit großen Gefahren verbunden. Aber auch das Stillsitzen und Herumstehen zu Hause war unerträglich, wo es doch im Frühjahr so viel zu tun gäbe. So erging es wohl auch dem Landwirt Matthias Kastner, dem "Alten Schmied" (Hsnr. 40 1/2). Vom ihm wird erzählt, daß er vormittags seine Kühe einspannte und ins Feld beim "Spukkasten" fuhr. Wollte er vielleicht Futter holen? Plötzlich sah er am Waldrande fremde Soldaten. "Das sind die Amerikaner", dachte er. Sofort kehrte er um und trachtete möglichst schnell nach Hause zu kommen. Er trieb seine Kühe an, und da diese keine Angst vor den Amis hatten, pressierte es ihnen gar nicht. Obwohl er sogar mit der Peitsche versuchte, eine schnellere Gangart ihnen beizubringen, wollten sie dennoch nicht rennen. Die Amerikaner gaben keinen Schuß ab. Wahrscheinlich beobachteten sie die Szene mit Vergnügen. Jedenfalls kam der "Alte Schmied" gut zu Hause an. Mittags besetzte amerikanische Infanterie das Dorf. Sie durchkämmten Haus für Haus, Anwesen für Anwesen. Johann Kastner, damals 12 Jahre alt, erzählt dazu folgendes: "Wir hatten in unserem Garten (Hsnr. 30, jetzt Am Herzogberg 20) einen Unterstand gebaut. Am 26. April 1945 versammelten wir uns dort wegen der unsicheren Kriegslage zum Mittagessen. Es gab Eierhaber, eine Mehlspeise, die mir besonders gut schmeckte. Plötzlich hörten wir feste Schritte und gleich standen einige amerikanische Soldaten vor dem Eingang zum Unterstand. Einer davon betrat mit dem Gewehr im Anschlag unseren Raum und befahl uns, ins Freie zu gehen. Wir gehorchten sofort und ließen die gefüllten Teller stehen. Als wir wieder zurückgehen durften, war der Eierhaber kalt geworden. Frau Ida Rausch, damals ein fünfzehnjähriges Mädchen, wohnhaft in Hsnr. 27, erzählt: "Die Amerikaner durchsuchten bei uns Haus, Hof, Stall und Scheune. Aus dem Hühnerstall nahmen sie alle Eier. Im Keller entdeckten sie ein Faß mit Most. Die Soldaten meinten, es sei Wein und wollten die Richtigstellung meines Vaters Michael Förg nicht gelten lassen. Sie befahlen ihm, einen Krug voll Wein einzuschenken. Er tat es und mußte zuerst daraus trinken, weil sie sicher sein wollten, daß das Getränk in Ordnung ist. Jetzt probierten auch die Soldaten den Most, und .er schmeckte ihnen vorzüglich. Ihr Verhalten wurde zusehends freundlicher und lustiger. Als ich aber zum Fenster hinausschaute, erschrak ich sehr Ein Soldat hatte aus dem Kaninchenstall meinen Lieblingshasen genommen. Mit einer Hand packte er ihn bei dem Genick, mit der anderen Hand zückte er sein Messer. Als er mich weinen sah, stellte er das Tier wieder in den Stall zurück und verschloß vorsichtig das Türchen. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Im Laufe des Spätnachmittags schickten sich die amerikanischen Soldaten an, Quartiere für die Nacht vorzubereiten. Viele Dorfbewohner mußten ihre Wohnungen verlassen und in Ställe oder Scheunen ziehen. Ein Amerikaner, der deutsch sprechen konnte, ging durch das Dorf und forderte in Übereinkunft mit Pfarrer Eberhardt die reifere weibliche Jugend auf, die Nacht im Pfarrhof zu verbringen. War er vielleicht Feldgeistlicher? Im Pfarrhof wurde für uns ein Zimmer bereitgestellt. Wir richteten uns auf dem Fußboden ein Lager her und konnten, in unsere Decken gehüllt, beruhigt schlafen. Zuvor mußten wir aber an vielen Soldaten vorbeigehen, die auf einem Mäuerchen saßen oder auf der Straße standen. Sie musterten uns von unten bis oben, lachten uns an und einige machten auch Bemerkungen wie "So, so, du auch im Pfarrhof schlafen!" Trotz aller Aufregung des verflossenen Tages schliefen wir gut in dieser Nacht." Bürgermeister Johann Häuser mußte einigen amerikanischen Offizieren Rede und Antwort stehen. Sie wollten wissen, ob deutsche Soldaten im Dorf seien, ob in der Gemeinde Waren- oder Munitionslager der Wehrmacht sich befänden und ob der Volkssturm noch aktiv sei. Dann mußte er den Einwohnern bekanntgeben, daß alle Befehle und Anordnungen der amerikanischen Truppe befolgt werden müssen. Innerhalb von 24 Stunden mußten alle Waffen abgeliefert werden; alle Wehrmachtsangehörigen hatten sich zu melden, und in der Zeit von 18.00 Uhr abends bis 6.00 Uhr morgens durften die Leute ihre Häuser nicht verlassen. Bei Zuwiderhandlungen drohten die Amerikaner sogar mit der Todesstrafe. Die Sperrzeiten wurden in den folgenden Wochen immer wieder verkürzt. Frau Maria Hauser, die Tochter von Bürgermeister Johann Hauser," erzählt: "In' unserer Stube richteten die amerikanischen Offiziere ein Amtszimmer ein. Sie beschlagnahmten für sich alle Zimmer im Obergeschoß; Meine Eltern, Frau Lehrerin Josepha Haug, die das Schulhaus hatte verlassen müssen, und ich durften in den restlichen Räumen des Erdgeschosses bleiben, auch unseren kleinen Verkaufsladen rührten die Amerikaner nicht an. Da mein Vater als Bürgermeister auch Mitglied der NSDAP war, wurde er auf Veranlassung der Militärregierung im Juli 1945 abgesetzt. Herr Josef Schmid, Hsnr. 36, wurde vom Landratsamt zum kommissarischen Bürgermeister von Rommelsried ernannt." Allgemeines Erzählgut und mündliche Erzählungen von Frau Ida Rausch, Frau Maria Hauser und Herrn Johann Kastner, alle aus Rommelsried; nacherzählt und niedergeschrieben von Lorenz Fleiner. |
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Für die Vertriebenen aus Chlupitz heute Chlupice |
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Am 26.04.1945, auf der Höhe des
Herzogberges, versammelten sich Einwohner von Rommelsried. Die von
Hörgau vorrückenden amerikanischen Truppen konnte man von dort aus
bereits gut sehen. Es waren Panzer- und Artillerien-Einheiten. Sie
kamen am „Nissakau" entlang bis zum „Spuckkasten". Es gab keinen Widerstand, außer vereinzelte Bombenabwürfe hier in Rommelsried. Außer Bombardierungen war schon mehrere Tage Kanonendonner zu hören. Auch Tiefflieger waren immer öfter zu sehen. Unser Volkssturm hat Widerstand und Verteidigungsübungen durchgeführt Im Lindacher Forst, auf der Kreisstraße nach Biburg baute man eine Panzersperre auf Fichtenstämmen 6. Klasse. Im Spuckkasten vom Wald her, kamen die Soldaten dem Dorf immer näher. Auf Androhung einer SS-Einheit aus Biburg wurde die weiße Flagge auf dem Kirchturm wieder eingezogen. Im Aystetter Weg (am Spuckkasten) gingen der Wiedemann Lorenz und der Frei Hans mit weißen Fahnen auf Bohnenstangen den Amis entgegen. Rommelsried war übergeben. Im Aystetter Weg, im Wollschatten und auch in den Steinäckern, im Schutze des Brunnabergs, gingen die Soldaten in Stellung. Hafners Griable stand voller Geschütze. Es wurde nach Augsburg geschossen, viele leere Katuschen lagen umher. Die Sandberg-Flak schoss nach Rommelsried. Südlich der Kirche, beim Herzogberg, waren die Einschüsse zu sehen. Die Fahnenbänder der Soldatenkameradschafts- Fahne wurden beim Häuser im Haus von den Soldaten zerrissen. Im Kloster Oberschönenfeld wurde sie für die Gegenleistung einer Sau wiederhergestellt. Die Flakbaracken hinter der alten Käserei dienten zur Luftkontrolle feindlicher Flugzeuge. Die Geräte wurden von Flakhelferinnen bedient. Nach dem Krieg demontierte unsere Jugend die-Hütten und baute sie beim Stutzmüller im Hof wieder auf, um endlich nach so langem Krieg wieder tanzen lernen zu können. Der Frei Hans spielte mit der Gwetzschen auf. Nun sind wieder kurze Hosen gefragt. Zum Essen gab es immer noch nicht genug. Im Wald, am Schäfstoßweg, waren noch lange Bombentrichter zu sehen. im Juni 2010 Rausch Otto gebürtig aua Chlupitz heute Chlupice (CZ) |
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