Denkmal

Kirche

Ort

1805 1866 1870

1. u. 2. WK

Teilnehmer

Sonstiges

Auszug Stadtgeschichte

Zeit des Nationalsozialismus

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurde Oberbürgermeister Otto Hipp am 20. März 1933 abgesetzt, welcher der NSDAP noch zu Beginn der dreißiger Jahre die Nutzung städtischer Gebäude untersagt hatte. Am 12. Mai 1933 fand auf dem Neupfarrplatz eine Bücherverbrennung statt. Im selben Jahr ließ Oberbürgermeister Otto Schottenheim (1933–45; NSDAP) im Norden der Stadt den Bau einer – zunächst nach ihm benannten – „nationalsozialistischen Mustersiedlung“ beginnen (heute: Konrad-Siedlung).

Am 9. November 1938 wurde im Zuge der Reichspogromnacht die Synagoge am Brixner Hof niedergebrannt, die verbliebenen jüdischen Geschäfte geplündert und die jüdische Bevölkerung Regensburgs terrorisiert. Am 2. April 1942 wurden 106 Regensburger Juden vom Platz der zerstörten Synagoge aus nach Piaski transportiert und im Vernichtungslager Belzec ermordet. Weitere Transporte, unter anderem in das KZ Theresienstadt, folgten bis 1943. Im Stadtteil Stadtamhof befand sich ein Außenlager des KZ Flossenbürg. Weitere KZ-Außenlager befanden sich im „Colosseum“ mit 400 Häftlingen sowie auf dem Flugplatz Regensburg-Obertraubling. Insgesamt fielen 200–250 Regensburger Juden dem Holocaust zum Opfer, 233 war die Emigration geglückt.

1939 wurde Regensburg dem Reichsgau Bayerische Ostmark (Sitz: Bayreuth) zugeschlagen. Im Herbst 1942 zerschlug die Gestapo die sog. Neupfarrplatz-Gruppe, eine aus etwa 50 Personen mit unterschiedlichstem weltanschaulichen Hintergrund bestehende Widerstandsbewegung. Neun Angehörige wurden hingerichtet, der Rest zu Zuchthausstrafen und Ehrverlust verurteilt.

Im Jahre 1940 beginnend wurden aus dem Bezirksnervenkrankenhaus an der Ludwig-Thomas-Straße insgesamt 638 Frauen, Männer und Jugendliche im Rahmen der „Euthanasie“-Aktion T4 in die Tötungsanstalt Hartheim deportiert. Mehr als 500 weitere Menschen wurden gegen ihren Willen sterilisiert.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden in und um Regensburg mehrere Arbeitslager für sowjetische Kriegsgefangene errichtet. Etwa 700 von ihnen wurden Opfer von Zwangsarbeit bzw. fielen Seuchen und den elenden Lebensbedingungen zum Opfer. Im Zweiten Weltkrieg hatte Regensburg unter schweren Luftangriffen zu leiden. Im Vergleich zum Zerstörungsgrad anderer deutscher Innenstädte wurde die Altstadt weniger in Mitleidenschaft gezogen, wenngleich mit der Stiftskirche Obermünster eines der bedeutendsten Baudenkmale der Stadt völlig verloren ging und andere historische Bauten wie z. B. die Alte Kapelle oder die Neue Waag am Haidplatz ernsthaft beschädigt wurden. Angegriffen und getroffen wurden hauptsächlich die am Stadtrand gelegenen Messerschmitt-Werke (siehe auch Operation Double Strike), damals die größten Flugzeugwerke in Europa. Bei insgesamt 20 Bombenangriffen der Royal Air Force und der 8. US Air Force 1943–45 starben etwa 3.000 Menschen, darunter viele Kriegsgefangene. 1945 erfolgte eine Teilsprengung der Donaubrücken. Die Stadt selbst wurde jedoch schließlich kampflos übergeben, nicht zuletzt aufgrund einer Demonstration der Regensburger Frauen und des Dompredigers Dr. Johann Maier am 23. April 1945. Maier forderte die Übergabe, damit die Stadt nicht beschädigt werde. Am folgenden Tag wurde er wegen „Sabotage“ zusammen mit dem Regensburger Bürger Josef Zirkl und dem pensionierten Gendarmeriebeamten Michael Lottner öffentlich hingerichtet. An der Hinrichtungsstelle am Dachauplatz wurde ein Mahnmal errichtet und Maiers Gebeine 2005 in den Regensburger Dom überführt.

Gedenkstätten

Am Gewerkschaftshaus in der Richard-Wagner-Straße wird seit 1986 mit einer Gedenktafel an zwei NS-Opfer aus der Arbeiterbewegung erinnert: an die SPD-Reichstagsabgeordnete Antonie Pfülf, die aus Verzweiflung über die Handlungsunfähigkeit ihrer Partei und der Gewerkschaften 1933 in den Freitod gegangen war. Nach ihr wurden auch die örtliche Parteizentrale benannt sowie ein Preis mit ihrem Namen gestiftet. Der andere war der SPD-Landtagsabgeordnete Alfons Bayerer, der nach langjähriger Zuchthaushaft 1939 an den Haftfolgen starb.
Erinnerungsstätten an die Opfer der Shoa

Seit 1986 erinnert eine Gedenktafel am Jüdischen Gemeindehaus an die Zerstörung der Synagoge und an die Verfolgung und Ermordung hunderter jüdischer Bürger, die Opfer der Shoa wurden. Eine Erinnerungstafel an ermordete jüdische Schülerinnen haben Schüler des Von-Müller-Gymnasiums 1987 im Foyer ihrer Schule angebracht. Auf dem Jüdischen Friedhof an der Schillerstraße geben Inschriften auf Grabsteinen Auskunft über den unnatürlichen Tod dieser Verstorbenen.
Gedenken an die Opfer der Nationalsozialistischen Rassenhygiene

Am Altbau des Bezirksnervenkrankenhauses erinnert seit 1990 eine Gedenktafel an die 638 ermordeten Psychiatriepatienten und an weitere Opfer des NS-Rassenwahns.

Gedenken an KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene

In einer Grünanlage an der Kreuzung Siemens-/Straubingerstraße erinnert seit 1988 das „Mahnmal am Hohen Kreuz“ (Bildhauer Heinrich Glas) an 700 sowjetische Kriegsgefangene, die im Zweiten Weltkrieg Opfer brutaler Zwangsarbeit und unmenschlicher Lebensbedingungen wurden. Mit einem Mahnmal für die Opfer des Lagers „Colosseum“ wird der teils jüdischen KZ-Häftlinge dieses und anderer Außenlager gedacht.
Erinnerung an Verbrechen in der Endphase des Zweiten Weltkriegs

An den Mord an Domprediger Johann Maier, den Lagerarbeiter Josef Zirkl und den Polizeiinspektor Michael Lottner am 23. April 1945 wird an mehreren Stellen der Stadt erinnert. Sie hatten versucht, die Forderung der „Regensburger Frauendemonstration“ nach kampfloser Übergabe der Stadt an die US-Truppen zu vermitteln und wurden daraufhin von Beamten der Gestapo erschossen bzw. öffentlich erhängt. Daran erinnern seit 1946 eine Gedenktafel im Dom, zwei weitere Tafeln seit 1950 am Ort ihrer Hinrichtung am Dachauplatz, sowie seit 1975 mit einem Denkmal in einer Grünanlage am Dachauplatz.